Computergestütztes Lernen und Unterstützte Kommunikation für Schülerinnen und Schüler mit einer körperlichen / geistigen Beeinträchtigung

Frage

Literatur

eingestellt am: 04.11.2010, 14:26 Uhr
eingestellt von: Monika Eisele
über den Autor:

Beschreibung:

Liebes Forum!

Als Anwärterin habe ich es gerade mit einem nichtsprechenden Autisten zu tun,

der über 2-3 Sekunden den Blickkontakt halten kann,

der im Unterricht viel lautiert ohne uns ersichtlichen Grund (Hunger, Durst, WCBedürfnis, Aufmerksamkeit),

der aus freien Stücken Schale, Cornflakes, Milch herholt und dann scheinbar abwartet.

Lt. Mutter erkennt er Abbildungen auf Fotos.

Was kann ich ihm zur UK anbieten, bis wir im Februar einen Termin in der Beratungsstelle haben?

Welche Literatur ist in diesem Fall für mich empfehlenswert?

 

Kommentare zum Beitrag:

05.11.2010, 21:04 Uhr - Literatur - Stephanie Kremer

Literatur

eingestellt am: 05.11.2010, 21:04 Uhr
eingestellt von: StephanieKremer

Kommentar:

Hallo Frau Eisele,

um diese, eher komplexe Frage zu beantworten, müssten noch ein paar Informationen bekannt sein. Interessant wäre, wie der Schüler jetzt kommuniziert. Hat er Symboltafeln oder Fotokarten, nutzt er Gebärden, verwendet er BIGmack oder andere technische Hilfsmittel? Wie zeit er, dass er etwas möchte? Kennt er PECS? Wie groß ist sein aktiver Wortschatz (auch Symbole, Gebärden, Gegenstände)? Wie groß ist sein passiver Wortschatz? Wird nach TEACCH gearbeitet und was wird hier genutzt (Gegenstände, Fotos, Bilder)? Wie wird in der Schule mit ihm gearbeitet, dass er sich am Unterricht beteiligen kann?

Viele Grüße Stephanie Kremer

Informationen über den Autor:

Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Sonderpädagogik) Integrationsfachkraft an Förder- und Regelschulen absoluter Fan von technischen Hilfsmitteln, besonders Sprachausgabegeräten ;O))))))))))

06.11.2010, 10:17 Uhr - Literatur - Monika Eisele

Literatur

eingestellt am: 06.11.2010, 10:17 Uhr
eingestellt von: Monika_Eisele

Kommentar:

Danke Frau Kremer,

Wir haben einen Big Mäc im Einsatz, auf welchen die Mutter die Wochenenderlebnisse aufspricht.

Er drückt den Big Mäc im Morgenkreis (1*wöchentlich). Wenn er etwas möchte nimmt er es sich oder er bringt beispielweise seinen Rucksack her, in dem sein Vesper/Getränk steckt. Ich habe nicht erlebt wie er PECs benutzt. Anweisungen wie z.B. Jacke ausziehn! Rucksack aufräumen! befolgt er oft problemlos. Es wurden schon Fotos zur Kommunikation eingesetzt beispielweise ein Foto von der Toilette. Von sich aus hat er diese Möglichkeit nicht genutzt. Speziell nach Teacch wurde in meinem Beisein nicht gearbeitet. Der Schüler verhält sich meistens passiv, er wirkt hypoton, ihn dazu zu bringen etwas zu tun ist sehr schwierig. Er beteiligt sich selten am Unterricht.

Vielen Dank Monika Eisele

 

Informationen über den Autor:

06.11.2010, 17:34 Uhr - Literatur - Wolfgang Rieth

Literatur

eingestellt am: 06.11.2010, 17:34 Uhr
eingestellt von: wori

Kommentar:

Hallo Frau Eisele,

Neben der Beteiligung im Cluks-Forum (das freut die Redaktionsgruppe und alle Benutzer) fallen mir noch weitere Möglichkeiten ein, sich zum Thema Autismus und UK schlau zu machen. Eine Möglichkeit zur Literaturrecherche bietet das "Handbuch der unterstützten Kommunikation" aus dem von Loeper Literaturverlag ( www.vonLoeper.de ). Ebenfalls über diesen Verlag ist die Zeitschrift "Unterstützte Kommunikation" erhältlich. Das Heft 1/2009 ist als Themenheft "UK & Autismus" erschienen. Über die deutsche Sektion von ISAAC ( www.isaac-online.de ) finden Sie bestimmt auch weitere Hilfe und wertvolle Tipps.

Mit freundlichen Grüßen aus Freiburg

 

Wolfgang Rieth

Informationen über den Autor:

Einer der Geburtshelfer von Cluks-Forum; Mitglied der Redaktionsgruppe; Lehrer an der Esther-Weber-Schule in Emmendingen-Wasser

07.11.2010, 15:10 Uhr - Literatur - Irene Leber

Literatur

eingestellt am: 07.11.2010, 15:10 Uhr
eingestellt von: irene

Kommentar:

Liebe Frau Eisele,

um in guten Kontakt zu kommen braucht man ja zunächst erst mal ein gemeinsames Interesse. Die wichtigste Frage ist daher für mich immer: Welche Interessen hat der Junge? Was macht ihm Spaß? Wofür würde es sich für ihn lohnen, zu kommunizieren?

 

Dann stellt sich die Frage: Findet er Gebärden interessant? Beochtet er genau, wenn Sie mit ihm Gebärden ( das tun nämlich nicht sehr viele Menschen mit ASS). Oder gefallen ihm Bildsymbole und Fotos, hat er Interesse daran, sie anzusehen? Wie reagiert er auf Sprachausgabe? Was könnte man auf den BIGMack aufnehmen, was er spannend findet?

 

Und nicht zu zuletzt: Wann im Alltag hat er Gelegenheiten zu kommunizieren, etwas auszuwählen, zu zeigen, was er kann, etwas mitzubestimmen?

 

Gibt es vielleicht jemand in der Einrichtung, der Erfahrung mit UK hat und Ihnen helfen kann?

Viel Erfolg und viele Grüße, Irene Leber

Informationen über den Autor:

Cluks-Redaktionsmitglied, Sonderschullehrerin an der Ludwig Gutmann Schule Karlsbad, Referentin der Gesellschaft für UK

09.11.2010, 21:20 Uhr - Literatur - Stephanie Kremer

Literatur

eingestellt am: 09.11.2010, 21:20 Uhr
eingestellt von: StephanieKremer

Kommentar:

Hallo Frau Eisele,

danke für die Infos. Jetzt kann ich leichter mitdenken.

Kommunikationsmöglichkeiten sehe ich in der ausgeweiteten Benutzung des BIGmacks und in der Verwendung von Fotos, vielleicht sogar Symbolkarten. Hierbei finde ich die Info von Frau Leber extrem wichtig, sich an etwas zu orientieren, was dem Jungen Spaß macht und ihn damit auch motivieren könnte, zu kommunizieren. Sinnvoll wäre hier, einmal mit Hilfe eines Kommunikationsbogen ein paar Tage zu beobachten, welche Kommunikation stattfindet und über welche Wege. Zusätzlich sind Situationen herauszuarbeiten, von denen sie ausgehen, dass der Schüler "hier" gerne etwas mitteilen/um etwas bitten möchte.

Nach einer solchen Bestandsaufnahme kann man dann beginnen, das ein oder andere Medium angepasst an Interessen und Bedürfnisse auszuprobieren.

Gerne helfe ich Ihnen hier auch im Detail weiter...Dies erscheint mir nur zu umfangreich für das Forum. Bei Bedarf können Sie mich gerne anmailen: s.kremer@muders.de

Viele Grüße

Stephanie Kremer

Informationen über den Autor:

Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Sonderpädagogik) Integrationsfachkraft an Förder- und Regelschulen absoluter Fan von technischen Hilfsmitteln, besonders Sprachausgabegeräten ;O))))))))))

03.03.2011, 13:48 Uhr - Literatur - Monika Thelen

Literatur

eingestellt am: 03.03.2011, 13:48 Uhr
eingestellt von: viacosi

Kommentar:

Hallo, ich bin selbst Mutter eines nicht sprechende Autisten. Auch mein Sohn ist eher hypoton und damit auch in vielen Situationen bequem, was aber nicht heißt, dass er nicht iniativ werden würde.

 

Er hat teilweise selbst die Initiative ergriffen und mir Bilder z.B. aus Büchern gezeigt oder zum Thema pssende Melodien gesungen, wenn er mir oder unserer Familie etwas klar machen wollte, was wir so aufgrund seiner Laute nicht verstanden haben.

 

Die wichtigste Erkenntnis ist aber meines Erachtens die von Ursache und Wirkung. Mein Sohn hat lange nicht viel mehr als "Mama" gesagt bis wir mit UK anfingen. Anfangs mit wenigen Symbolkarten und einem Belohnungssystem. Wenn er verstanden hatte um was es ging und die Symbole richtig veerwendet hatte gab es in den ersten Wochen auch mal ein gummibärchen. Dann hat sich die Sache schnell verselbstständigt, einfach weil er begriffen hatte, dass er mit dieser Art der Kommunikation sein Leben selbst mitgestalten konnte. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dann auch seine Lautsprache deutlicher. Für fremde Leute ist er auch heute noch schwer zu verstehen, aber er versucht es einfach.

 

Wenn das von Ihnen betreute Kind noch keine erfahrung mit Symbolen hat, macht es sicherlich Sinn erstmals mit Fotos von bekannten Gegenständen zu arbeiten und nach und nach zu abstahieren.

 

Wenn Sie bereits jetzt mit Symbolen arbeiten können, bietet sich zum Einstieg begleitend zum Big Mack m.E. der Einsatz eines Kommunikationsbuches nach Sachse/Boenisch von der Uni Köln an (http://www.hf.uni-koeln.de/fbz/31801). Hierzu gibt es inzwischen auch Fachliteratur. Mein Sohn arbeitet begleitend zu einem Talker GoTalk 9+ damit und kommt sehr gut damit zurecht. Der Vorteil dieer Papierform für den Anfang ist, dass man die Auswahl des Vokabulars an die Bedürfnisse und die kognitiven Möglichkeiten des Kindes gut anpassen kann, d.h. mit wenigen Wörtern anfangen kann und dann nach und nach nach Interessen und sonstigen Notwendigkeiten ausweitet. An "unserer" GB-Schule ist das System inziwschennahezu Standard.

 

Alles Gute für Ihre weitere Arbeit.

viacosi

 

Informationen über den Autor:

Monika Thelen, Mutter von zwei Söhnen 13 und 8. Der ältere hat ein Kippel-Feil-Syndrom u. frühkindlichen Autismus mit schwerer Sprachbehinderung. Mit Symbolen (PCS) kann er gut unterstützt kommunizieren, möchte auch auf jeden Fall kommunizieren. Seine seh

04.03.2011, 11:28 Uhr - Literatur - Irene Leber

Literatur

eingestellt am: 04.03.2011, 11:28 Uhr
eingestellt von: irene

Kommentar:

Liebe Frau Thelen,

wenn ein Kind mit dem doch schon komplexen Kommunikationsbuch von Sachse und Bönisch oder Moheco-Mappe zurecht kommt, sollte meines Erachtens auch immer ein komplexer Talker ausprobiert werden. Die Kommunikation mit Kommunikationsbuch bietet sehr viele Möglichkeiten, ist aber doch immer auf einfühlsame Kommunikationspartner angewiesen, die sich die Mühe machen, auf die gezeigten Symbole genau hinzusehen und die das Gezeigte zu kokonstruieren. Auch auf einem Talker lässt sich das Vokabular nach und nach einführen. Er hat aber die unübertroffen Vorteile, dass er den Aufbau einer grammatikalisch richtigen Sprache ermöglicht und auch für Fremde verständlich ist.

Meiner Meinung nach sind die Mappen wichtig für Personen, die keine Talker mögen, diese (noch)nicht finanziert bekommen oder niemand haben, der ihnen bei der Pflege, Wartung und Einrichtung des Talkers hilft. Viele Grüße, Irene Leber

Informationen über den Autor:

Cluks-Redaktionsmitglied, Sonderschullehrerin an der Ludwig Gutmann Schule Karlsbad, Referentin der Gesellschaft für UK

04.03.2011, 17:43 Uhr - Literatur - Monika Thelen

Literatur

eingestellt am: 04.03.2011, 17:43 Uhr
eingestellt von: viacosi

Kommentar:

Hallo Frau Leber,

ich bin da ganz bei Ihnen. Mein Sohn arbeitet gerade mit diesen Dingen, da wir noch mitKasse und Sozialamt kämpfen und bekommt nun als weitere Zwischenlösung erst mal einen IPad.

 

Meine Meinung ist aber dennoch, dass die reduzierte Form des Kommunikationsbuches eine gute Einstiegsmöglichkeit ist bevor man einen teuren Talker kauft. MeinSohn konnte aufgrund seiner Erfahrung mit den PECs gleich mit dem kompletten Randvokabular starten. Das kernvokabular passen wir nach wie vor den aktuellen Situationen und Bedürfnissen in Zusammenarbeit mit dem Lehrerteam an. Auch hier ist eine Pflege des Materials notwendig.

Informationen über den Autor:

Monika Thelen, Mutter von zwei Söhnen 13 und 8. Der ältere hat ein Kippel-Feil-Syndrom u. frühkindlichen Autismus mit schwerer Sprachbehinderung. Mit Symbolen (PCS) kann er gut unterstützt kommunizieren, möchte auch auf jeden Fall kommunizieren. Seine seh

07.03.2011, 16:41 Uhr - Literatur - Alexandra Hug

Literatur

eingestellt am: 07.03.2011, 16:41 Uhr
eingestellt von: alex

Kommentar:

Hallo

Ich arbeite in einer Klasse mit 6 nichtsprechenden autistischen Schülern. Wir nutzen das TEACCH System um diesen Schülern gerecht zu werden.

Außerdem habe ich sehr gute Erfahrung mit elektonischen Kommunikationhilfen bei unseren Schülern gemacht.

Viele typische Verhaltensauffälligkeiten sind dadurch zurückgegangen, so dass ich dies nur empfehlen kann. Visualisierung kann hierbei eine große Hilfe sein.

Wenn sie hierzu nähere Infos wollen können sie nich gerne bei mir melden

 

Lieber Gruß

 

Alexandra Hug

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