Computergestütztes Lernen und Unterstützte Kommunikation für Schülerinnen und Schüler mit einer körperlichen / geistigen Beeinträchtigung

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Tipp

Einstieg in den Satzbau mit Symbolen

eingestellt am: 06.12.2008, 18:59 Uhr
eingestellt von: Sabina Lange
über den Autor: Förderschullehrerin und Kommunikationspädagogin (LUK VI) aus Bremen, ich arbeite an einer Förderschule (Schwerpunkt Geistige Entwicklung) in Niedersachsen bzw. in einer Kooperationsklasse und einer inklusive Klasse an einer Grundschule.

Beschreibung:

Um in den Satzbau (2- bis X-Wortsätze) einzusteigen, nutze ich gerne eine Klettordner. Das macht zwar beim Erstellen viel Arbeit (so mancher Fernsehabend kann da von Schnippeln begleitet sein), ist aber dann eine tolle Hilfe, gerade im Übergang vom Zeigen auf einzelne Symbole (Tafel), Nutzen von Einzelgebärden oder Arbeiten mit PECS hin zu längeren Sätzen

oder als Einstieg in die Nutzung eines Talkers. Der klassische Anfangssatz in meiner Klasse war "XY (Person) mag YZ (Person oder Tier). Später gab es so komplexe Sätze wie "XY möchte einen grün-gelben Jogurt und eine Banane kaufen". Ein Schüler konnte mir dem Ordner erst zeigen, wie komplex seine sprachlichen Möglichkeiten sind, mit Zeigen auf Symbole hat er das nicht geschafft, Klettsymbole sind einfach weniger flüchtig!

 

In dem Klettordner gibt es verschiedene Kategorien, u.a. Personen, Verben, Nomen und kleine Wörter (und, mit, auf, für, etc.), letztere für Fortgeschrittene getrennt nach den Wortarten Präposition (auf, unter, neben...), Konjunktion (und, oder, weil...), kleine Wörter/Adverbien (gestern, hier, gerne...) und Artikel (ein/e, der, die, das...). Auf der Vorderseite des Ordners gibt es eine Seite mit Kommentaren, die sehr gerne genutzt wird (besonders "Quatsch!").

 

Zu den Kategorien gibt es dann einzelne Symbolkärtchen, die farbig gekennzeichnet sind (Farbcodierungen kann man von den Talkern oder auch Kommunikationstafeln übernehmen, am besten die Sorte, mit der die NutzerIn längerfristig auch arbeiten soll). Die Kärtchen haben auf der Rückseite ein Stück Klettstreifen. Ich habe sie schon als laminiertes Papier, Papp- oder Holz-Memorykärtchen hergestellt, je nach nötiger Robustheit ;-) Die Memorykärtchen beziehe ich immer von Winkler Schulbedarf.

 

Für jede Kategorie gibt es eine farblich gekennzeichnete Seite im Ordner (natürlich entsprechend der Farbcodierung), dafür laminiere ich einfach farbiges Papier und versehe es mit Klettstreifen, so dass die entsprechenden Kärtchen darauf haften.

 

Fehlt nun nur noch ein Satzstreifen, meine sind aus Holz (zugeschnitten im Baumarkt) und mit Klett versehen, so dass dann darauf die Sätze zusammengestellt werden können.

Wir lesen sie dann anschließend mit Gebärden vor oder schreiben sie ins Lesebuch ab. Letzteres ist ein dickes Heft (Kladde), in das wir die Symbole aus Papier aufkleben. Ich habe also zusätzlich eine dicke Mappe, in der alle Symbole nochmal zum Ausschneiden drin sind. Die aufgeklebten Sätze werden von den meisten SchülerInnen gerne wieder angesehen und auch immer mal wieder vorgelesen.

 

Noch ein Tipp: An magnetischen Tafeln halten auch normale Deckel von Marmeladen- oder anderen Gläsern. Auf der Innenseite lassen sich gut Symbole platzieren. Auch damit kann man prima Sätze an der Tafel bauen. Und wer keine magnetische Tafel hat, kann sich selbst eine herstellen. Ich habe dafür Magnetfolie gekauft und innen in einen preiswerten Rahmen geklebt.

 

Falls jemand Fragen zu dem Klettordner hat, könnt ihr euch gerne per eMail an mich wenden:

SabinaLange@gmx.de

 

 

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