Computergestütztes Lernen und Unterstützte Kommunikation für Schülerinnen und Schüler mit einer körperlichen / geistigen Beeinträchtigung

Frage

Kommunikationshilfe im Handtaschenformat mit Tastatur

eingestellt am: 02.07.2009, 16:24 Uhr
eingestellt von: Ute Ringwald
über den Autor: Sonderpädagogische Beratungsstelle UK Haslachmühle

Beschreibung:

Zur Zeit berate ich eine junge Frau mit Lern- und ausgeprägter Sprachbehinderung. Sie wünscht sich eine kleine, handliche Kommunikationshilfe mit Sprachausgabe (sollte in ihre Handtasche passen). Eingaben über Schrift / Tastatur, sie möchte keine Bildsymbole. Allerdings ist ihre Rechtschreibung nicht fehlerfrei.

Hat jemand Erfahrung, wie fehlerhafte Schrift von einer Sprachausgabe gesprochen wird? Ist dies für Fremde noch verständlich?

Ich denke z.Bsp. an Tellus smart. Welches kleine Gerät könnte noch in Frage kommen?

Ich denke auch an den MWS-Reader 4 (für den PC zu Hause und im Beruf am Notebook). Wie ist es hier mit der Sprachwiedergabe bei geschriebenen Fehlern ?

 

Kommentare zum Beitrag:

02.07.2009, 20:16 Uhr - Kommunikationshilfe im Handtaschenformat mit Tastatur - Markus Knab

Kommunikationshilfe im Handtaschenformat mit Tastatur

eingestellt am: 02.07.2009, 20:16 Uhr
eingestellt von: markus

Kommentar:

Hallo,

 

leider habe ich keine Erfahrung mit Kommunikationshilfen "für die Handtasche", aber mit dem MWS-Reader 4 habe ich schon viel gearbeitet. Ich denke die Software ist nicht ganz geeignet, wenn man fehlerhaft schreibt.

Viel besser wäre eine Eingabemöglichkeit mit Wortvorhersage. Das heißt, der Nutzerin wird nach 1,2 oder 3 eingegeben Buchstaben passende Worte angeboten. Da kann sie dann das gewünschte auswählen. Somit ist es dann auch richtig geschrieben.

Leider hat der MWS-Reader 4 eine solche Funktion nicht.

Es gibt aber ein kostenloses Wortvorhersageprogramm. Das heißt: "Let me Type".Vielleicht arbeitet dieses ja auch zusammen mit dem MWS-Reader. Habe ich noch nicht ausprobiert.

Aber auch da gibt es einen kleinen Haken. Das Wortlexikon füllt sich wärend dem Schreiben mit den bisher schon geschriebene Worten. Das heißt, leider auch mit den falsch geschriebene. Ich habe noch keine Möglichkeit entdeckt, wie man das Lexikon vor dem Gebrauch mit Daten füllen kann.

Ein anderer Weg könnte sein, mit einer Bildschrimtastatur zu arbeiten. Manche dieser Programme haben Wortvorhersage und Sprachausgabe integriert.

 

Viele Grüße

Markus Knab

Informationen über den Autor:

Mitarbeiter der Beratungsstelle -Unterstützte Kommunikation- an der Ludwig Guttmann Schule Karlsbad, SBBZ kmE, Mitarbeiter Medienberatungszentrum für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung in Karlsruhe

03.07.2009, 08:55 Uhr - Kommunikationshilfe im Handtaschenformat mit Tastatur - Andreas Grandic

Kommunikationshilfe im Handtaschenformat mit Tastatur

eingestellt am: 03.07.2009, 08:55 Uhr
eingestellt von: buksoho

Kommentar:

Liebe Frau Ringwald,

wie immer ist es schwierig, etwas halbwegs Sinnvolles zu schreiben, wenn die Person unbekannt ist. Grundsätzlich gilt aber die Selbstverständlichkeit: Falsch Geschriebenes klingt auch mit der besten Sprachausgabe falsch und je nach dem wie falsch, unverständlich. Hier wären es eher Sie, die bei der Entscheidungsfindung helfen müssten, ob die Person so falsch schreibt, dass es eigentlich nicht mehr geht.

Zwotens: wenn die Person partout keine Symbole will, sondern Schrift, dann würde ich zu einem von den neuen 10" Mini-Notebooks tendieren. Da kann dann jede xbeliebige Sprachausgabe drauf und evtl. sogar ne Wortvorhersage. Geräte, wie die Genannten (auch TouchSpeak) können das in der Regel doch nicht so einfach.

Die Notebooks sind cool, klein und zahlbar, aber leise.

Gruß

Andreas Grandic

Informationen über den Autor:

Mit dem CLUKS weder verwandt noch verschwägert, mache aber als Redaktionsmitglied mit.

03.07.2009, 12:10 Uhr - Kommunikationshilfe im Handtaschenformat mit Tastatur - Wolfgang Schaible

Kommunikationshilfe im Handtaschenformat mit Tastatur

eingestellt am: 03.07.2009, 12:10 Uhr
eingestellt von: woschaible

Kommentar:

Zur Hardware:

 

Ein entscheidender Grund für die Wahl einer bestimmten Hardware ist hier sicher neben der möglichst geringen Größe und dem geringen Gewicht die Qualität der Lautsprecher sowie die Akkulaufzeit. Deshalb würde ich - sofern die Finanzierung geklärt ist - eine Versorgung mit Geräten wie TellusSmart, Typespeak/Touchspeak usw. bervorzugen. Vor einer Anschaffung würde ich diese natürlich einmal anschauen bzw. im Alltag testen.

 

Momentan läuft bei uns ein kleines Projekt zu Touchspeak/Typespeak aus, bei dem u.a. 1 Schüler mit einem Art Pocket PC (MDA mit SMS-Funktion und Kamera) über Schriftsprache - kombiniert mit einigen wenigen Symbolen für schnell abrufbare Aussagen - kommuniziert. Sobald das Gerät wieder bei uns ist, könnten wir es Euch gerne einmal zur Erprobung ausleihen.

Ein zweites Gerät (Motorola Symbol MC 50) wird u.U. nach den Sommerferien zur Verfügung stehen.

 

Beide Geräte sind klein, handlich und verfügen über eine recht gute Klangqualität, wie ich finde. Es gibt natürlich noch einige weitere handliche Geräte wie den Tellus Smart, die "kleine Lösung" von BeTalkativ und mehr. Ich habe vor allem Erfahrung mit dem MC 50.

 

Zur Sprachausgabe mit mangelnder Rechtschreibung:

 

Meine Erfahrungen mit Schülerinnen und Schülern, die das Schreiben lernen und dabei Unterstützung durch z.B. Multitext mit Sprachausgabe erhalten ist die folgende: Die Rechtschreibfehler, die diese Kinder machen, beeinträchtigen die Verständlichkeit der Sprachausgabe nicht allzu sehr. Das liegt daran, dass diese Kinder und Jugendliche zwar manches der Rechtschreibung nach falsch, aber den Großteil davon in der Regel lautgetreu schreiben. so wird "ich froje mich" im Prinzip gleich wie "ich freue mich" ausgesprochen. Jetzt kommt es eben darauf an, welche Art von Fehler die junge Frau macht. Im Zweifelsfall einfach mal ausprobieren.

 

Zur Wortvorhersage:

 

Die Idee, mit Wortvorhersage zu arbeiten, hat - wie von Markus schon bemerkt - den Vorteil, dass alle Wörter, die im Lexikon sind, korrekt geschrieben werden. Das Lexikon von LetMeType könnten man über die Importfunktion entsprechend erweitern. Man kann dann entscheiden, ob die Software neue Wörter dazu nimmt (und somit auch falsch geschriebene ) oder nicht. Ich persönlich würde es so machen, dass die Software so eingestellt wird, dass sie neue Wörter dazu lernt und nach jemandem schauen, der es in regelmäßigen Abständen pflegt bzw. die falsch geschriebenen (oder zumindest die unverständlch klingenden) Wörter wieder entfernt.

 

LetMeType wird ja leider nicht mehr gepflegt, deshalb empfehle ich als kostenloses Programm für den PC TippFix von FTB. Siehe auch meine kleine Zusammenstellung unter:

 

www.cluks-forum-bw.de/no_cache/forum/beitraege/schreibhilfesoftware/wortvorhersageprogramme/seite/1.html

 

Dort findet sich auch eine Beschreibung zur Wortvorhersage WordQ2 inklusive Sprachausgabe. Diese finde ich in diesem Fall besonders interessant, weil sie korrekt geschriebene Wortvorschläge nach Eingabe von lautgetreu geschriebenen Wortanfängen macht und man sich diese Wortvorschläge 1. auch vorlesen lassen kann und 2. sich die Bedeutung des Wortes vorlesen lassen kann, um sicher zu gehen, dass man das richtige Wort gewählt hat. Es gibt eine 30-Tage-lauffähige Demoversion. Ich fände es spannend, diese Software am PC zu Hause und am Notebook im Beruf zu testen.

 

Die Software lingcheck bietet ähnliche Funktionen. Siehe auch unter:

 

www.cluks-forum-bw.de/no_cache/forum/beitraege/schreibhilfesoftware/erfahrungen_mit_lingcheck/seite/1.html

 

Fazit:

 

Für die Kommunikation würde ich, wie gesagt eine kleine professionelle Version mit Sprachausgabe und Wortvorhersage inklusive Textbausteinfunktion nehmen. Die Software von Phoenixsoftware ( Touchspeak und Typespeak ) halte ich für besonders gelungen: Die Wortvorhersage kann derart eingestellt werden, dass nur korrekt geschriebene Wörter ins Lexikon übernommen werden, man kann neben einem "festen" Lexikon ein Benutzerlexikon laufen lassen. es gibt eine Buchstabenvorhersage und einige weitere sinvolle Einstellungmöglichkeiten). Hier ein Link:

 

www.phoenixsoftware.de/rehabilitation/produkte/typespeak.html

 

Auch BeTalkativ gefällt mir gut. Soviel ich weiss, gibt es auch hierfür kleine, handliche Geräte. Siehe auch meinen Beitrag ( 6. Antwort) unter:

 

www.cluks-forum-bw.de/no_cache/forum/beitraege/einfache_sprachausgabegeraete/kommunikationshilfe_fuer_eine_schuelerin_mit_elektivem_mutismus.html

 

Aber es gibt natürlich noch mehr.....

 

Für den PC zu Hause und den Arbeitsplatz würde ich WordQ2 und/oder lingcheck testen.

 

Informationen über den Autor:

Mitglied der CLUKS-Redaktion, Technischer Lehrer am "Medienberatungszentrum für Kinder und Jugendliche mit körperlichen Beeinträchtigungen" an der August-Hermann-Werner-Schule in Markgröningen.

03.07.2009, 15:05 Uhr - Kommunikationshilfe im Handtaschenformat mit Tastatur - Ute Ringwald

Kommunikationshilfe im Handtaschenformat mit Tastatur

eingestellt am: 03.07.2009, 15:05 Uhr
eingestellt von: Ute

Kommentar:

Vielen Dank für die guten Tipps! Nun kann ich mich entsprechend weiter informieren!

Am kommenden Dienstag kommen wir zu zweit nach Markgröningen zum Treffen der BST. Vielleicht gibt es dort auch Gelegenheiten zum Austausch. Grüße aus der Haslachmühle - Ute

Informationen über den Autor:

Sonderpädagogische Beratungsstelle UK Haslachmühle

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